
Simon Berlin
Nach 15 Jahren bei großen Verlagen fange ich noch einmal von vorn an: Wir gründen ein eigenes Medium.Dabei haben wir ein Privileg, das selten geworden ist: Zeit. Zetland aus Dänemark finanziert unsere Gründungsphase. Bevor wir Formate entwickeln, können wir zuhören.Wir reisen durch Deutschland und fragen Menschen, welchen Journalismus sie sich wünschen. Diese Gespräche haben meinen Blick auf die Medienbranche verändert.Du kannst dich auch digital beteiligen. Unsere kleine Umfrage dauert nur eine Minute. Ich würde mich freuen, wenn du uns hilfst, ein besseres Angebot für dich und andere zu entwickeln.
Das habe ich davor gemacht
Ich habe mich lange zwischen zwei Medienwelten bewegt: großer Verlag und kleines Start-up. Für die Süddeutsche Zeitung habe ich versucht, KI und das Internet so zu erklären, dass meine Eltern verstehen, warum das wichtig ist.Parallel haben Martin Fehrensen und ich das Social Media Watchblog vom Hobby-Projekt in ein unabhängiges, nachhaltiges Medienunternehmen. Der Abschied ist mir schwergefallen. Umso glücklicher bin ich, dass Martin allein weitermacht.
Wie ich auf Journalismus blicke
Ich liebe Journalismus, aber ich hadere mit den Strukturen, in denen er stattfindet. Obwohl es mehr großartigen Journalismus gibt denn je, erreicht er immer weniger Menschen.Verlage machen dafür gern das Internet, Social Media, Influencer oder KI verantwortlich. Das ist nur ein Teil der Wahrheit.Viele Medien werden ihrer Verantwortung nicht gerecht. Sie überfluten ihr Publikum mit Livetickern, Eilmeldungen und reißerischen Überschriften. Täglich prasseln tausende Informationen auf uns ein, aber viele Menschen fühlen sich schlechter informiert denn je. Weniger als die Hälfte der Menschen in Deutschland vertraut den Medien. Immer mehr meiden die Nachrichten ganz bewusst.Das macht mir Sorgen, denn ich bin überzeugt: Eine offene Gesellschaft braucht unabhängigen Journalismus.
Was ich über KI denke
Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus 15 Jahren Tech-Journalismus: Die meisten Unternehmen sind sich selbst am nächsten. Erst kommen die Interessen der Aktionäre und dann die Werbekunden. Ganz am Ende folgen Nutzerinnen und Gesellschaft.Das ist kein Vorwurf, nur eine Beobachtung. Umso wichtiger sind unabhängige Medien. Wir müssen erklären, was es bedeutet, dass so wenige Konzerne so viel Einfluss haben.KI fasziniert mich, aber ich misstraue den meisten Konzernen, die sie entwickeln. Technologie hilft mir beim Arbeiten, soll aber nicht für mich denken. Meine Em-Dashes tippe ich alle selbst.